Reiten mit Ziel -

Diana Krischke

 


Berufliches

Wie man sich denken kann, habe ich schon ziemlich lange mit Pferden zu tun. Dabei waren meist die Ponies und Pferde meine Lehrer, wenn wir um die Wälder gezogen sind. Zunächst eher Western geritten, bin ich aber bald zum „Freestyle“ gewechselt, weil einfach viele Pferde, die ich unter dem Hintern hatte, einfach nichts mit irgendwelchen strikten Lehren anfangen konnten. So haben sie mir schon immer gezeigt, wie verschieden ihre Charaktere und ihre körperlichen Gegebenheiten waren. In meinem Austauschschuljahr in Kanada habe ich außer ein paar Rodeobesuchen kaum Pferde gesehen und auch danach im Studium hatte ich mir nicht ausgemalt, mal etwas beruflich mit Pferden zu machen.




Aber erstens kommt es anders als man zweitens denkt...


Zum Ende meiner Mittweida-Zeit schickte sich gerade das Projekt „Lebendiges Pferdemuseum“ an, Realität zu werden. Zunächst nur als Öffentlichkeitsarbeitsprojekt für mich gedacht, wurde schnell klar, dass wir in der Hofreitschule Bückeburg alle „eierlegende Wollmilchsäue“ sein müssen, um das schnell wachsende Pferdemuseum ordentlich zu betreiben. Also von Bürokram, Pressearbeit, über Stallarbeit, und Pferdetraining, bis hin zu Prospekte verteilen und Eintritt machen – ich habe alle Stationen von der Pike an durchlaufen und war deshalb immer dicht dran an den Besuchern.


Somit konnte ich mir recht schnell ein Bild davon machen, in welche Richtung meine Arbeit bei der Hofreitschule gehen sollte: Ich wählte den wissenschaftlichen Weg. Es macht mir viel Spaß, alte Vorurteile auszuräumen, historische Texte zu lesen und zu interpretieren und einfach  auszuprobieren, was die alten Meister wohl mit ihren Übungen bezweckten. Mit aller Zeit der Welt junge, hochbegabte Pferde ausbilden, aber auch schwierige Charaktere auf meine Seite bringen – das war es, was ich in den letzten elf Jahren hauptberuflich gemacht habe. Zudem durfte ich auch einigen Nachwuchsreitern in ihre berufliche Laufbahn helfen, indem ich Pferdewirte in der Fachrichtung „Haltung und Service“ ausbildete.


Das Ganze mit den Jahren erworbene Wissen dann auch noch zu vermitteln, an Reitschüler, interessierte Besucher oder auch in internationalen Vorträgen – das macht mir riesig Spaß und ich freue mich immer wieder über neuen Input, der ja jeden Tag in anderer Form vorbeikommt!